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Kreditkarte mit Teilzahlung: Mindestrate und Schulden abbauen

Bei der Teilzahlung zahlst du jeden Monat pünktlich, und der Saldo kann trotzdem fast stehen bleiben.

Von Deniz Erginos. Stand

Eine Kreditkarte kann zwei sehr verschiedene Dinge sein, und auf der Karte selbst steht nicht, welches davon du in der Hand hältst. In der einen Variante wird der Umsatz eines Monats komplett vom Konto abgebucht, und damit ist der Monat abgeschlossen. In der anderen wird nur ein Anteil abgebucht. Der Rest bleibt als Saldo auf der Karte stehen und wird verzinst. Diese zweite Variante läuft unter Namen wie Teilzahlung, Ratenzahlung, revolvierende Kreditkarte oder revolving credit, und sie ist bei einigen Karten von Anfang an eingeschaltet. Bei anderen genügt ein Fingertipp in der App, ohne dass ein neuer Vertrag unterschrieben wird. Auf dem Kontoauszug sieht der Monat danach ruhiger aus, weil weniger abgeht. Der Betrag, der nicht abgeht, bleibt liegen und kostet ab diesem Stichtag Zinsen. Die Karte funktioniert weiter, also kommen neue Umsätze zu dem hinzu, was schon liegt. Wenn dein Saldo über Monate ungefähr gleich groß bleibt, obwohl jede Rate pünktlich abgebucht wurde, liegt das an der Konstruktion der Rate und nicht an dir.

Charge-Karte und Teilzahlung sind zwei verschiedene Karten

Charge-Karte
Der komplette Umsatz eines Monats wird zum Stichtag vom Konto abgebucht. Es bleibt kein Restbetrag stehen, also entstehen keine Zinsen. Wenn deine Monatsabrechnung jedes Mal auf null geht, hältst du diese Variante in der Hand.
Kreditkarte mit Teilzahlung (revolving)
Abgebucht wird nur ein Anteil des Umsatzes. Der Rest wird zu einem Saldo, der auf der Karte stehen bleibt und ab dem Stichtag verzinst wird. Auf der Abrechnung erkennst du das an einem ausgewiesenen Restsaldo mit einem Zinsbetrag daneben.
Prozentsatz und Mindestbetrag
Wie hoch der abgebuchte Anteil ist, unter welchen Betrag die Rate nicht fällt und mit welchem Sollzinssatz der Saldo läuft, steht im Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Karte. Die Werte unterscheiden sich von Bank zu Bank, deshalb steht hier keine Zahl, die du übernehmen könntest. Hol deine eigenen aus dem Onlinebanking.

Schuldenfalle Revolving-Kreditkarten, Verbraucherzentrale HamburgDie Verbraucherzentrale zum Unterschied zwischen Charge-Karte und Revolving-Kreditkarte. Bei der Charge-Karte gleicht die Bank den offenen Betrag am Ende der Abrechnungsperiode in voller Höhe vom Girokonto aus, bei der Revolving-Karte wird er in kleinen Monatsraten abgezahlt, und auf die Restschuld laufen Zinsen.

Wie die Mindestrate gerechnet wird

Die Mindestrate wird als Anteil des offenen Saldos gerechnet, mit einem festen Betrag als Untergrenze. Solange der Saldo groß ist, greift der Prozentsatz und die Rate fällt entsprechend hoch aus. Wird der Saldo kleiner, wird die Rate mit ihm kleiner. Hier unterscheidet sich eine Teilzahlungskarte von einem Ratenkredit: dort steht die Rate für die ganze Laufzeit fest, sie tilgt jeden Monat einen größeren Anteil, und das Enddatum steht schon bei Abschluss im Vertrag. Eine feste Rate läuft auf ein Ende zu, eine schrumpfende zieht sich. Die Rate erfüllt dabei zwei Aufgaben. Zuerst deckt sie die Zinsen, die im laufenden Monat auf den Saldo berechnet wurden, und erst was danach übrig bleibt, tilgt. Dieser tilgende Rest ist der Betrag, um den dein Saldo wirklich kleiner wird. Bei einem hohen Zinssatz und einem niedrigen Prozentsatz ist er klein, und er wird von Monat zu Monat kleiner, weil die Rate mitschrumpft. Der Mindestbetrag greift erst, wenn der Saldo so weit gesunken ist, dass der Prozentsatz darunter liegt. Ab dieser Grenze zahlst du einen festen Betrag, und der Saldo läuft wieder schneller ab.

Wenn kein Enddatum herauskommt

Es gibt einen Fall, in dem gar kein Enddatum existiert, und bei Teilzahlungskarten ist er der wichtigste. Wenn die Rate kleiner ist als die Zinsen, die im selben Monat auf den Saldo berechnet werden, tilgt sie nichts. Der Saldo bleibt stehen oder wächst, obwohl gezahlt wurde und obwohl nichts überfällig ist. Es gibt dann kein Datum, an dem die Karte auf null geht, weil es keine Tilgung gibt, aus der sich ein Datum ergeben könnte. Eine ehrliche Projektion muss genau das melden: mit dieser Rate wird der Saldo nicht kleiner. Ein Rechner, der aus diesen Eingaben trotzdem eine Jahreszahl nennt, hat gerundet oder abgeschnitten. Was den Fall auflöst, ist eine höhere Rate. Sobald die Rate die Monatszinsen übersteigt, entsteht wieder eine Tilgung, und mit der Tilgung ein Enddatum. Wie weit du über die Zinsen hinaus musst, hängt an deinem Zinssatz und deinem Saldo. Wenn selbst eine erhöhte Rate den Zins nicht deckt und mehr im Monat nicht drin ist, ist die Frage keine Rechenfrage mehr, und dafür gibt es kostenlose Stellen mit Schweigepflicht.

Neue Käufe verschlechtern die Lage auf eine bestimmte Weise: sie landen im selben Saldo. Der Einkauf vom letzten Jahr und der von dieser Woche stehen nicht getrennt nebeneinander, sie stehen in einer einzigen Zahl, und auf diese Zahl laufen die Zinsen. Du zahlst also für beides gleichzeitig Zinsen, ohne zu sehen, welcher Teil gerade schrumpft. Der zweite Effekt ist unauffälliger und wirkt länger. Ein Ratenkredit hat einen Startbetrag, ab dem er abläuft, und jeder Monat bringt ihn näher an sein Ende. Ein Kartensaldo, in den jeden Monat neue Umsätze fließen, bekommt diesen Startwert nie. Er wird von unten getilgt und von oben wieder aufgefüllt, und über Monate heben sich die beiden Bewegungen teilweise auf. Deshalb fühlt sich die Tilgung wie Stillstand an, obwohl sie stattfindet. Wenn du wissen willst, wie lange der Saldo braucht, brauchst du einen Stand, der nicht mehr wächst. Praktisch heißt das: laufende Ausgaben über die Girocard oder eine Charge-Karte, bis der Saldo unten ist.

Raus aus der Teilzahlung

  • Eine Rate selbst festlegen, statt die Mindestrate laufen zu lassen. Bei vielen Karten kannst du im Onlinebanking einen höheren festen Betrag hinterlegen oder monatlich zusätzlich überweisen. Damit hört die Rate auf, mit dem Saldo zu schrumpfen, und das Enddatum bewegt sich nicht mehr weg.
  • Die Karte für neue Käufe ruhen lassen, solange der Saldo abläuft. Laufende Ausgaben gehen in dieser Zeit über die Girocard oder eine Charge-Karte, damit der Saldo einen Stand bekommt, der nur noch fällt.
  • Die Teilzahlung abschalten, wenn die kartenausgebende Bank das anbietet. Danach wird die Abrechnung wieder komplett abgebucht. Was mit dem schon aufgelaufenen Saldo passiert, regeln die Bedingungen deiner Karte: er wird zum nächsten Stichtag fällig oder läuft nach der bisherigen Regel weiter.
  • Den Saldo in einen Ratenkredit umschulden. Ein Ratenkredit hat eine Laufzeit und damit ein Enddatum, das im Vertrag steht. Ob er dich auch beim Zins besserstellt, entscheidet der Vergleich zwischen dem effektiven Jahreszins des Angebots und dem Sollzinssatz deiner Karte.

Beratungsstelle suchen, BAG-SBDie Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung führt die Suche über die anerkannten Beratungsstellen in Deutschland. Die Beratung dort ist kostenlos, und sie hilft bei genau der Frage, die keine App beantwortet: was passiert, wenn die tragbare Rate den Zins nicht deckt.

Online-Schuldnerberatung, CaritasKostenlos und anonym, ohne dass du in ein Büro gehen musst. Die Antwort kommt schriftlich von Beraterinnen und Beratern.

Die App

Die App erfindet für eine Mindestrate kein Datum: deckt die Rate die Zinsen nicht, sagt sie es dir in einem Satz. Legst du eine feste Rate fest, bekommt die Karte ihr Enddatum, und jede Extrazahlung rückt es sichtbar nach vorn. Alles bleibt auf dem Telefon.

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Häufige Fragen

Was bedeutet Teilzahlung bei der Kreditkarte?
Bei der Teilzahlung wird vom Monatsumsatz deiner Kreditkarte nur ein Anteil abgebucht. Der Rest bleibt als Saldo auf der Karte stehen und wird verzinst, bis er getilgt ist. Der abgebuchte Anteil wird als Prozentsatz des Saldos gerechnet, mit einem Mindestbetrag als Untergrenze, und beide Werte stehen im Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Karte.
Wie hoch ist die Mindestrate bei einer Kreditkarte?
Die Mindestrate ist ein Prozentsatz des offenen Saldos, kombiniert mit einem festen Betrag, unter den sie nicht fällt. Beide Werte legt die kartenausgebende Bank fest und schreibt sie in ihr Preis- und Leistungsverzeichnis, deshalb lässt sich die Höhe nicht allgemein angeben. Weil der Prozentsatz auf dem Saldo rechnet, sinkt die Rate automatisch mit, wenn der Saldo kleiner wird.
Wie kann ich die Teilzahlung meiner Kreditkarte kündigen?
Bei vielen Karten lässt sich die Teilzahlung im Onlinebanking oder in der App umstellen, bei anderen läuft es über den Kundenservice der kartenausgebenden Bank. Was mit dem bereits aufgelaufenen Saldo passiert, regeln die Bedingungen deiner Karte: er wird entweder zum nächsten Stichtag fällig oder läuft nach der bisherigen Regel weiter. Frage beim Umstellen gleich mit, welche der beiden Varianten für dich gilt, damit die nächste Abbuchung dich nicht überrascht.
Warum wird mein Kreditkartensaldo nicht kleiner, obwohl ich zahle?
Jede Rate deckt zuerst die Zinsen des laufenden Monats, erst der Rest tilgt. Wenn die Rate die Monatszinsen nur knapp übersteigt, ist dieser tilgende Rest sehr klein und der Saldo sinkt kaum sichtbar. Kommen neue Kartenumsätze hinzu, füllen sie den Saldo von oben wieder auf, während er unten getilgt wird. Eine höhere feste Rate und eine Pause bei neuen Käufen sind die zwei Größen, die daran etwas ändern.
Ist ein Ratenkredit besser als die Teilzahlung der Kreditkarte?
Der Unterschied liegt zuerst in der Struktur: ein Ratenkredit hat eine feste Rate und eine Laufzeit, also ein Enddatum, das im Vertrag steht. Bei der Teilzahlung schrumpft die Rate mit dem Saldo, wodurch sich das Ende immer weiter nach hinten schiebt. Ob eine Umschuldung dich auch beim Zins günstiger stellt, entscheidet der Vergleich zwischen dem effektiven Jahreszins des Kredits und dem Sollzinssatz deiner Karte.
Was ist der Unterschied zwischen Charge-Karte und revolvierender Kreditkarte?
Bei einer Charge-Karte wird der komplette Monatsumsatz zum Stichtag abgebucht, es bleibt kein Restbetrag stehen und es entstehen keine Zinsen. Bei einer revolvierenden Kreditkarte wird nur ein Anteil abgebucht und der Rest wird zu einem verzinsten Saldo. Auf der Monatsabrechnung erkennst du den Unterschied daran, ob ein Restsaldo mit Zinsbetrag ausgewiesen ist oder die Abrechnung auf null geht.
Wie funktioniert die Mindestrate bei einer Kreditkarte genau?
Die Bank berechnet jeden Monat einen Prozentsatz des offenen Saldos, mindestens aber einen festen Betrag. Von dieser Rate werden zuerst die aufgelaufenen Zinsen bezahlt, und nur der Rest tilgt den Saldo. Weil der Saldo sinkt, sinkt auch die Rate, und damit der Tilgungsanteil. Das Ergebnis ist ein Saldo, der über Monate kaum sichtbar kleiner wird.
Wie lange dauert es, eine Kreditkarte nur mit der Mindestrate abzubezahlen?
Das hängt am Zinssatz, am Saldo und an den Parametern der Mindestrate. Weil die Rate mit dem Saldo schrumpft, zieht sich die Tilgung exponentiell in die Länge. Ein Saldo von 3.000 Euro bei 18 Prozent und einer Mindestrate von 2 Prozent braucht rechnerisch über 20 Jahre und kostet mehr als den ursprünglichen Saldo an Zinsen. Mit einer festen Rate zeigt die App die Dauer für deine eigenen Zahlen.
Wie kann ich Kreditkartenschulden schneller abbauen?
Ersetze die Mindestrate durch einen festen Betrag, der deutlich darüber liegt, und verwende die Karte nicht für neue Käufe, solange der Saldo abläuft. Jeder Euro über den Monatszinsen tilgt direkt. Ist der Zinssatz sehr hoch, kann eine Umschuldung in einen Ratenkredit mit niedrigerem Zins das Enddatum zusätzlich vorziehen.

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Diese Seite erklärt, wie gerechnet wird. Sie ist keine Rechts- oder Finanzberatung, und sie ersetzt keine Schuldnerberatung.